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Pressemitteilung

Resolution des Vorstandes - Impfungen sind und bleiben ärztliche Aufgabe

Potsdam, 28.04.2022 – Die aktuellen Pläne der Rot-Grün-Gelben Koalition auf Bundesebene, künftig auch Apotheken regelhaft in die Grippeimpfungen einzubeziehen, um die Impfquote zu erhöhen, sind eindeutig ein Schritt in die falsche Richtung. So beurteilt der Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg die vor Kurzem bekannt gewordenen Formulierungshilfen zum Pflegebonusgesetz.

Impfungen sind mehr als nur das Setzen der Spritze. Dazu gehören auch die individuelle Aufklärung, die Erkennung von Krankheiten, die die Immunisierung ausschließen sowie die Beherrschung möglicher Komplikationen. Dies alles haben Apothekerinnen und Apotheker im Rahmen ihrer Ausbildung nicht gelernt und ist auch im Rahmen der vorgesehenen relativ kurzen Schulungen nicht ansatzweise so umfassend zu vermitteln, wie es im Interesse der Patienten nötig wäre. Dieses prinzipielle Defizit wird auch nicht dadurch behoben, dass die Befugnis zum eigenverantwortlichen Impfen durch Nichtärzte ins Gesetz geschrieben wird – so wie es die Regierungskoalition plant.

Auch aus diesem Grund hat sich die Landesapothekerkammer Brandenburg gemeinsam mit der Landesärztekammer schon vor gut zwei Jahren gegen Grippeimpfungen in Apotheken ausgesprochen. Hinzu kommt, dass die Ende 2021 erfolgte Berechtigung der Apotheken, gegen Covid-19 zu immunisieren, zu keinem Anstieg der Impfungen geführt hat. Das Angebot der deutschlandweit rund 160.000 Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich reicht völlig aus, um die Menschen zu impfen, die sich aktiv dafür entschieden haben. Dass die Impfquote durch 18.461 Apotheken nachhaltig gesteigert werden könnte, ist jedenfalls auch nach den Erfahrungen dieses Jahres in keiner Weise belegt. Zudem zeigt die bisherige hohe Impfquote bei Grippeschutzimpfungen gerade in Brandenburg, dass die ärztlichen Impfungen den Bedarf in vollem Umfang und mit hoher Qualität abdecken.

Die Brandenburgischen Apothekerinnen und Apotheker haben insbesondere während der Pandemie gezeigt, wie unverzichtbar ihre Kompetenzen für das Gesundheitssystem sind. Die Durchführung von Impfungen gehört jedoch ausdrücklich nicht dazu. Zudem wird durch diesen Vorstoß der Bundespolitik die seit Jahrhunderten zu Recht bestehende, bewährte Trennung von Apotheker- und Arztberuf im Kern gefährdet.