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Ausbildung MFA

Förderrichtlinie „Ausbildungsplätze sichern“

Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Möglichkeit geschaffen, Ausbildungsbetriebe, die durch die Corona-Pandemie in eine wirtschaftlich schwierige Situation geraten sind, in ihren Ausbildungsaktivitäten zu unterstützen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen können davon auch Arztpraxen, die Auszubildende zur/zum Medizinische/n Fachangestellte/n beschäftigen oder beschäftigen wollen, profitieren.

Antragsberechtigt sind ausschließlich ausbildende kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern, die in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen sind, etwa durch Kurzarbeit im 1. Halbjahr 2020 oder Umsatzeinbußen um durchschnittlich 60 Prozent im April und Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahr.

Die Antragsbearbeitung erfolgt über die Agentur für Arbeit, in deren Bezirk der Ausbildungsbetrieb liegt. Ein Anspruch auf die Gewährung der Zuwendung besteht nicht.

Die Maßnahmen sind zeitlich befristet. Das Programm umfasst vier Förderbereiche:

  1. „Ausbildungsprämie“ bei Erhalt des Ausbildungsniveaus
    Ausbildungsbetriebe sollen motiviert werden, ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise aufrecht zu erhalten.

    Die „Ausbildungsprämie“ wird einem Ausbildungsbetrieb für eine neu beginnende Berufsausbildung gewährt, wenn er die Zahl der für das neue Ausbildungsjahr geschlossenen Ausbildungsverträge auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre hält. Das Ausbildungsverhältnis muss zwischen dem 1. August 2020 und dem 15. Februar 2021 beginnen und über die Probezeit hinaus fortbestehen.

    Die Prämienhöhe beträgt einmalig 2.000,00 €.

  2. „Ausbildungsprämie plus“ bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus

    Ausbildungsbetriebe sollen motiviert werden, ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise zu erhöhen.

    Die „Ausbildungsprämie plus“ wird einem Ausbildungsbetrieb für eine neu beginnende Berufsausbildung gewährt, wenn er durch diese für das neue Ausbildungsjahr eine höhere Anzahl an Ausbildungsverträgen abschließt, als er es im Durchschnitt der letzten drei Jahre getan hat. Umfasst sind auch erstmals ausbildende Betriebe.

    Das Ausbildungsverhältnis muss zwischen dem 1. August 2020 und dem 15. Februar 2021 beginnen und über die Probezeit hinaus fortbestehen. Die Prämienhöhe beträgt einmalig 3.000,00 € für jeden zusätzlichen, die bisherige durchschnittliche Anzahl übersteigenden Ausbildungsvertrag.

  3. „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ zur Vermeidung von Kurzarbeit

    Ziel ist es, Kurzarbeit bei Auszubildenden zu vermeiden, um trotz Arbeitsausfall im Ausbildungsbetrieb die Fortführung laufender Ausbildungen zu unterstützen.

    Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung werden einem Ausbildungsbetrieb gewährt, der Kurzarbeit durchführt und trotz relevantem Corona-bedingtem Arbeitsausfall Auszubildende und deren Ausbilder nicht in Kurzarbeit bringt oder hält, sondern die laufende Ausbildung fortsetzt. „Relevant“ ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im Betrieb.

    Die Zuschusshöhe beträgt 75 Prozent der Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat, in dem ein relevanter Arbeitsausfall vorliegt. Bemessungsgrundlage ist das sich auf Grundlage der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Ausbildungsvergütung ergebende Arbeitgeber-Brutto ohne Berücksichtigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Der Zuschuss wird erstmals ab dem 1. August 2020 und letztmals für den Dezember 2020 gewährt

  4. „Übernahmeprämie“

    Ausbildungsbetriebe sollen motiviert werden, die Berufsausbildung von Auszubildenden zu übernehmen und fortzusetzen, deren ursprünglicher Ausbildungsbetrieb dies wegen Corona-krisenbedingter Insolvenz nicht mehr kann und deshalb die Ausbildung vorzeitig beendet worden ist.

    Die Übernahmeprämie wird für jeden Ausbildungsvertrag gewährt, der zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2020 zur unmittelbaren Fortführung der Berufsausbildung abgeschlossen wird. Das neu begründete Ausbildungsverhältnis muss über die Probezeit hinaus fortbestehen.

    Die Prämienhöhe beträgt 3.000,00 €.

Die Förderrichtlinie sowie weiterführende Informationen und Antragsformulare finden Sie unter
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern.

Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit gebührenfrei erreichbar unter Telefon: 0800 4 555520.

Kathrin Kießling
Referatsleiterin Ausbildung MFA