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Pressemitteilung

WIdO-Krankenhausreport: Mindestmengenregelung allein führt nicht zur Qualitätssteigerung und zur Verbesserung der Versorgung

Potsdam, 01.03.2017. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat zusammen mit dem AOK-Bundesverband gestern den Krankenhaus-Report 2017 veröffentlicht. Nach Auffassung der Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) ist die darin geforderte Mindestmengenregelung bezüglich der Behandlungen bzw. Operationen in Krankenhäusern sowie eine Zentralisierung der Krankenhausstrukturen allein nicht zielführend für die Qualitätssteigerung.

So fordert der AOK-Vorstand eine schnellere Umsetzung der bisher für sieben Indikationen geschaffenen Mindestmengenregelung. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen dabei Hüftgelenk-Operationen. Laut WIdO führen deutschlandweit über 1.000 Kliniken diese Operationen durch, in 20 % dieser Kliniken sei jedoch das Risiko einer erneuten Operation innerhalb eines Jahres doppelt so hoch, wie in den restlichen Kliniken, da diese 20 % jährlich maximal 38 dieser Operationen durchführen. Dies sei nicht ausreichend.

Zugleich fordert der Vorstand der AOK eine Zentralisierung der Krankenhausstrukturen durch die Nutzung von Mindestmengen. Die Schließung von 300 Kliniken in Deutschland wurde, wie schon im vergangenen Jahr, erneut thematisiert.

Der Präsident der Landesärztekammer, Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, äußert sich kritisch zu den Inhalten des Krankenhaus-Report 2017 der AOK. „Es ist unzureichend, lediglich über Mindestmengen zu debattieren. In erster Linie muss über die Finanzierung von hoch qualifiziertem Personal in den Krankenhäusern gesprochen werden, denn hier beginnt die Qualität. Wie eine ausreichende Finanzierung auf diesem Gebiet gewährleistet werden kann, wird in den Ausführungen des WIdO und des AOK-Bundesverbandes nicht thematisiert“, so Schulz.

Mit dem Vorhaben, Kliniken zu schließen, laufe man außerdem Gefahr, „nicht das Wohl des Patienten zu fokussieren, sondern ausschließlich ökonomische Ziele im Blick zu haben. Besonders in einem Flächenland wie Brandenburg führen Schließungen von Kliniken zu einer schlechteren Versorgung der Patienten.“