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Strukturierte Curriculare Fortbildung (scF) „Krankenhaushygiene”

Brandenburgische Regelungen zum Erwerb der ärztlichen Qualifikation
Krankenhaushygieniker/Krankenhaushygienikerin außerhalb der Weiterbildungsordnung entspr. BÄK­Curriculum.

Brandenburgische Regelungen zum Erwerb der Qualifikation Krankenhaushygieniker/Krankenhaushygienikerin außerhalb der Weiterbildungsordnung entspr. BÄK-­Curriculum.

Dem 2011 geänderten Infektionsschutzgesetz folgend hatten alle Bundesländer bis zum 31. März 2012 Verordnungen zur Infektionshygiene und zur Prävention von resistenten Krankheitserregern in medizinischen Einrichtungen zu erlassen. Daraufhin trat die Brandenburgische „Verordnung über die Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen” (MedHygV) am 07.02.2012 in Kraft. Darin ist auch geregelt, was die Leitungen von Krankenhäusern sowie Vorsorge- und Reha-Einrichtungen im Land Brandenburg zur Verbesserung ihres Hygienemanagements bei der personellen Besetzung mit ärztlichem Fachpersonal zu beachten haben.

Wurde in der MedHygV 2012 zunächst verordnet, ab 1.1.2017 die in den §§ 6-8 definierten ärztlichen Qualifikationsanforderungen verbindlich nachzuweisen, ist inzwischen dem im Dez. 2015 erneut geänderten Infektionsschutzgesetz folgend der Beginn der Nachweispflicht nun in § 5 Absatz 3 der MedHygV durch die ”Erste Verordnung zur Änderung der MedHygV„ (vom 21.03.2016) auf den 1.1.2020 verlegt worden.

Zur Bedarfsermittlung ist die jeweils geltende aktuelle Fassung der KRINKO-Empfehlung anzuwenden. Die Aufgaben der KRINKO beim Robert-Koch-Institut (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) sind im § 23 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (lfSG) beschrieben. Die von der KRINKO 2009 herausgegebene Empfehlung „Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen” wurde 2016 durch die Empfehlung „Kapazitätsumfang für die Betreuung von Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen durch Krankenhausygieniker/innen” ergänzt. In der 2016er Empfehlung wird wesentlich spezifischer auf Infektionsrisiko, Bettenzahl und Zahl der Fachabteilungen eingegangen und es wird ein Komplexitätszuschlag eingeführt.

Lt. KRINKO-Empfehlung 2016 sind Krankenhaushygieniker/innen mit strukturiertem curricularem Fortbildungsabschluss befähigt, wesentliche Teile der Aufgaben als Krankenhaushygieniker unbefristet wahrzunehmen. Übergeordnetes Ziel soll es jedoch bleiben, entsprechend weitergebildete Fachärzte (FA für Hygiene und Umweltmedizin bzw. für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie) auf dieser Position einzusetzen. Strukturiert curricular fortgebildete Krankenhaushygieniker sollen je nach Risikoprofil der krankenversorgenden Einrichtung durch den vorgenannten FA-Spezialisten unterstützt werden. Bei Kliniken der Maximalversorgung und Universitätskliniken muss die krankenhaushygienische Versorgung einschließlich des Stellvertreters (lt. KRINKO 2016) durch ärztlich Tätige mit der Facharztbezeichnung „Hygiene und Umweltmedizin” bzw. „Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie” sichergestellt sein.

Ärztliche Qualifikationen lt. MedHygV vom 07. Februar 2012

Ärztlich Tätige erwerben die Qualifikation „Hygienebeauftragter Arzt”/„Hygienebeauftragte Ärztin” durch die Teilnahme an einem 40-Std. Kurs (Modul 1 des strukturierten Curriculum Krankenhaushygiene) und setzen als Facharzt/Fachärztin auf der Grundlage von § 8 MedhygV folgende Aufgaben um:

㤠8
Hygienebeauftragte Ärztin und hygienebeauftragter Arzt
(1) Die hygienebeauftragte Ärztin oder der hygienebeauftragte Arzt ist Ansprechperson sowie Multiplikator und unterstützt das Hygienefachpersonal im jeweiligen Verantwortungsbereich. Sie oder er wirkt bei der Einhaltung der Regeln der Hygiene und Infektionsprävention mit und regt Verbesserungen der Hygienepläne und Funktionsabläufe an. Sie oder er wirkt außerdem bei der hausinternen Fortbildung des Krankenhauspersonals in der Krankenhaushygiene mit. Zur Erfüllung der Aufgaben ist eine Freistellung von den üblicherweise ausgeübten Tätigkeiten entsprechend dem Umfang erforderlich, um die Aufgaben nach Satz 1 bis 3 wahrzunehmen.”

Die MedHygV fasst in § 7 zusammen, welche Aufgaben den Krankenhaushygienikern zu übertragen sind:

㤠7
Krankenhaushygienikerin und Krankenhaushygieniker
(1) Die Krankenhaushygienikerin oder der Krankenhaushygieniker koordiniert die Surveillance und Maßnahmen der Prävention von nosokomialen Infektionen und des Ausbruchsmanagements. Sie oder er berät die Leitung der Einrichtung sowie die ärztlich und pflegerisch Verantwortlichen in allen Fragen der Krankenhaushygiene, bewertet die vorhandenen Risiken und schlägt Maßnahmen zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von nosokomialen Infektionen vor. Darüber hinaus führt sie oder er hygienisch-spezifische Fortbildungen nach Maßgabe des § 10 durch.„

Interessierte Fachärzte, die nicht die Facharztbezeichnung Hygiene und Umweltmedizin oder Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie besitzen bzw. keine Zusatzbezeichnung auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene führen, können alternativ eine durch die Bundesärztekammer konzipierte zweijährige strukturierte curriculare Fortbildung durchlaufen, die der Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg in Verbindung mit den Rahmenbedingungen der Bundesärztekammer als Qualifikation zur Krankenhaushygienikerin/zum Krankenhaushygieniker anerkannt hat (BÄB 9/2012, Seite 6 [pdf]). Die zuvor genannten Facharztgruppen sind jeweils durch ihre abgeschlossene Weiterbildung qualifiziert.

Fortbildungsverlauf zum Erwerb der Qualifikation Krankenhaushygieniker/Krankenhaushygienikerin im Land Brandenburg

Spätestens nach Absolvierung des Modul I muss der an der Fortbildung teilnehmende Facharzt bis zur Abschlussprüfung mit mindestens 50% einer Vollzeitstelle die Aufgaben des Hygienebeauftragten Arztes übernehmen. Parallel sind im Verlauf von zwei Jahren (entsprechend der unten stehenden Grafik) weitere 5 Fortbildungsmodule sowie eine festgelegte Anzahl von Hospitationen und Fallkonferenzen zu absolvieren.

Es sind mindestens 20 Fallkonferenzen (jeweilige Dauer 90 min) in den 24 Monaten der Fortbildungsdauer zu absolvieren. Die Leiter der Fallkonferenzen müssen von der Landesärztekammer anerkannte Supervisoren auf dem Gebiet der Hygiene sein. Die Teilnahme (incl. Angaben über zeitliche Dauer und besprochene Inhalte) ist jeweils vom Supervisor zu bescheinigen. Diese Bescheinigungen sind zur Abschlussprüfung vorzulegen.

 

Curriculum Krankenhaushygiene

Bitte beachten Sie die verbindlichen Informationen über die Hospitationen.

Zuständig für die Erteilung der Qualifikation Krankenhaushygieniker/Krankenhaushygienikerin im Kammerbereich ist jeweils die Landesärztekammer. Zur mündlichen Abschlussprüfung vor der Landesärztekammer Brandenburg sind über alle absolvierten theoretischen und praktischen Fortbildungsabschnitte schriftliche Nachweise vorzulegen. Bitte zeigen Sie den Beginn der Fortbildung bei der Landesärztekammer Brandenburg an.

Anerkannte Supervisoren im Land Brandenburg/Sachverständigenkommission Hygiene

An der fachlichen Umsetzung der umfangreichen und stark praxisbezogenen Fortbildung arbeitet seit März 2013 die Sachverständigenkommission Hygiene der Landesärztekammer Brandenburg. Diese setzt sich wie folgt zusammen:

Dr. med. Margret Seewald - Kommissionsvorsitzende
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Potsdam

Dr. med. Anke Bühling
MVZ Gemeinschaftslabor Cottbus

Dr. med. Andreas Knaust
Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH, Potsdam

Priv-Doz. Dr. med. Heidrun Peltroche-Llacsahuanga
Carl-Thiem-Klinikum gGmbH

Kommissionsmitglieder

Die Kommissionsmitglieder sind die im Land Brandenburg anerkannten Supervisoren. Regelmäßige, i.d.R. monatliche Supervisionen im Rahmen von 24 zertifizierten Fallkonferenzen wurden im Zeitraum 2014-2015 durch die Landesärztekammer Brandenburg organisiert und rege nachgefragt. Z. Zt. besteht nur sehr vereinzelter Bedarf nach zertifizierten Fallkonferenzen Krankenhaushygiene, daher kann eine solche Fortbildungs-Reihe wie 2014-2015 aktuell nicht mehr angeboten werden. Es bleibt Teilnehmenden an der scF Krankenhaushygiene jedoch die Möglichkeit, individuelle Termine mit einem von der Landesärztekammer anerkannten Supervisor zur Besprechung und Dokumentation praktischer Fälle zu nutzen und als Fallkonferenz einzureichen (Dauer einer Fallkonferenz: 90 min). Die Supervisoren erreichen Sie über die hinterlegten Kontaktdaten.

Informationen

Die oben genannten Experten bilden auch die Prüfungskommission.

zusätzliche Informationen:

Laut Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) § 4 Absatz 9 (mit den Änderungen per 2013 bzw. 2015) ist die finanzielle Förderung der Krankenhäuser zur Umsetzung der nach MedHygV erforderlichen ärztlichen Qualifikationsmaßnahmen gesetzlich geregelt und inzwischen bis zum Jahr 2019 verlängert. Die Förderung kann lt. Gesetz auch darüber hinaus erfolgen, wenn die Fort- und Weiterbildungen spätestens im Jahr 2019 beginnen.

Die Förderung von externen Beratungsleistungen wird seit 2016 bis einschließlich zum Jahr 2023 verlängert - ebenfalls durch die Gesetzesänderung aus 2015.